FilmeStart - Filme

Hier finden Sie ein Glossar mit einer stetig wachsende Liste von Filmbegriffen in alphabetischer Reihenfolge. Wir bestücken die Liste regelmäßig mit neuem Fach-Wissen rund um das Thema Film­Produktion.

Cameo

Eine Cameo-Rolle, auch Cameo-Auftritt oder Cameo genannt, ist ein kurzer Auftritt oder eine Sprechrolle einer bekannten Person in einem Werk der darstellenden Kunst. Es handelt sich dabei in der Regel um kleine Rollen, von denen viele nicht gesprochen werden, und um Auftritte in einem Werk, in dem sie eine besondere Bedeutung haben (z.B. Schauspieler aus einem Originalfilm, die in dessen Neuverfilmung auftreten), oder um berühmte Personen, die ohne Namensnennung auftreten. Kurze Auftritte von Prominenten, Filmregisseuren, Politikern, Sportlern oder Musikern sind üblich. Ein Crewmitglied des Films oder der Serie, das eine kleine Rolle spielt, kann ebenfalls als Cameo bezeichnet werden, wie z.B. Alfred Hitchcocks häufige Cameos.

Der Englische Begriff cameo (deutsch: Kamee) bezeichnet ein Relief auf einem Schmuckstein. Tritt eine prominente Person auf, ist sie – wie das Cameo – sofort zu erkennen. Der US-amerikanische Filmproduzent Michael Todd, der in seinem Film In 80 Tagen um die Welt (1956; mit David Niven u. Shirley MacLaine) ganze 48 Cameos platziert hat, soll den Begriff geprägt haben.

Atmo Ton

Beim Filmemachen besteht das Ambiente (auch als Atmosphäre, Atmos oder Hintergrund bezeichnet) aus den Geräuschen eines bestimmten Ortes oder Raumes[1] und ist das Gegenteil von "Stille". Die akustische Atmosphäre (kurz: Atmo) ähnelt der Präsenz, unterscheidet sich aber durch das Vorhandensein von Hintergrundgeräuschen bei Ambient-Aufnahmen im Gegensatz zur wahrgenommenen "Stille" bei Präsenz-Aufnahmen.

Jeder Ort hat seine eigenen, subtilen Geräusche, die von der Umgebung erzeugt werden. Zu diesen Geräuschquellen gehören Tiere, Wind, Musik, Regen, fließendes Wasser, Donner, raschelndes Laub, entfernter Verkehr, Flugzeug- und Maschinenlärm, Geräusche entfernter menschlicher Bewegungen und Sprache, Knarren durch thermische Kontraktion, Klimaanlagen- und Sanitärgeräusche, Lüfter- und Motorengeräusche sowie Oberwellen des Stromnetzes.

Der Nachhall verzerrt diese ohnehin schon schwachen Geräusche weiter, oft bis zur Unkenntlichkeit, indem er komplexe Muster von Spitzen und Nullen in ihr Frequenzspektrum einbringt und ihre zeitlichen Merkmale verwischt. Schließlich kann die Schallabsorption dazu führen, dass hohe Frequenzen abgeschwächt werden, was den Klang weiter dämpft.

Umgebungsgeräusche werden normalerweise von der Tonabteilung in der Produktionsphase eines Films in Stereo aufgenommen. Sie dient dazu, einem Drehort einen klanglichen Raum zu geben, und nimmt normalerweise eine eigene Spur im Tonschnitt ein.

ARRI

Die Firma ARRI ist weltweit einer der größten Hersteller von Filmtechnik. Das 1917 gegründete Unternehmen mit Sitz in München stellt professionelle Filmkameras, Objektive, Beleuchtungs- und Postproduktionsgeräte her.

Die Firma ist insbesondere für Ihre blauen Scheinwerfer bekannt, die von Anwendern gerne abgekürzt mit „ARRI“ bezeichnet werden. Diese Stufenlinsen-Scheinwerfer werden zur professionellen Ausleuchtung im Bereich Film und Theater verwendet.

Available Light

In der Fotografie und Kinematografie bezieht sich Available Light (dt. verfügbares Licht; auch Umgebungslicht genannt) auf jede verfügbare Lichtquelle, die nicht ausdrücklich vom Fotografen zum Zweck der Aufnahme bereitgestellt wird. Der Begriff bezieht sich in der Regel auf natürliche Lichtquellen in der Umgebung (z. B. Sonnenlicht, Mondlicht, Sternenlicht usw.) oder auf bereits vorhandene künstliche Lichtquellen (z. B. Straßenlaternen, Zimmerbeleuchtung usw.) Er schließt im Allgemeinen aus.

Hier verzichtet der Fotograf oder Kameramann auf zusätzliches Licht (wie Blitzlicht od. Scheinwerfer), da er die Lichtsituation der Szene einfangen will oder nicht die Möglichkeit hat die Lichtverhältnisse zu ändern. Beispielsweise wird in der Konzertfotografie so gut wie immer mit Available Light gearbeitet.

Action-Cam

Eine Action-Cam ist eine Digitalkamera, die dafür konzipiert ist, Handlungen aufzuzeichnen, während man in sie eintaucht. Action-Kameras sind daher in der Regel kompakt und robust und an der Oberfläche wasserdicht. Sie verwenden in der Regel CMOS-Bildsensoren[1] und können Fotos im Serienbild- und Zeitraffermodus sowie hochauflösende Videos aufnehmen (ab 2019 können Action-Kameras der Mittel- und Oberklasse 4K-Videos mit 60 fps aufnehmen). Die Aufnahme von Zeitlupenvideos mit 120 oder 240 Bildern pro Sekunde ist ebenfalls eine gängige Funktion.

Als bekannteste Actioncam gilt die GoPro. Anklang findet sie nicht nur bei Sportlern, auch in Fernsehproduktionen werden sie aufgrund ihrer Größe oft eingesetzt.

Bauchbinde

Eine Bauchbinde oder Insert ist eine Einblendung in Form eines Streifens, der sich im unteren Drittel des Bildes befindet. Auf diesem Streifen werden im Zusammenhang zum Bildinhalt wichtige Informationen wiedergegeben, bei einer Person zum Beispiel Name, Beruf, Alter, die Funktion oder die Parteizugehörigkeit. Sie wird hauptsächlich in Nachrichten- und Magazin-Formaten sowie bei Dokumentarfilmen eingesetzt.

Color Grading

Bei der Color Grading wird das Erscheinungsbild eines Bildes für die Darstellung in verschiedenen Umgebungen und auf verschiedenen Geräten verbessert. Verschiedene Attribute eines Bildes wie Kontrast, Farbe, Sättigung, Detailtreue, Schwarzwert und Weißpunkt können verbessert werden, sei es für Spielfilme, Videos oder Standbilder. Farbabstufung und Color Grading werden oft synonym für diesen Prozess verwendet und können die Erzeugung künstlerischer Farbeffekte durch kreatives Mischen und Zusammenfügen verschiedener Bilder beinhalten. Die Color Grading wird heute in der Regel in einem digitalen Prozess durchgeführt, entweder in einer kontrollierten Umgebung wie einer Farbsuite oder an einem beliebigen Ort, an dem ein Computer bei schwachem Licht verwendet werden kann.

Da das Wort „Farbkorrektur“ mit der Assoziation der Behebung von Fehlern verbunden wird, eignet sich der Begriff Grading besser um auszudrücken, dass der Colorist (also der Grader) maßgeblich an der Erschaffung der Farbstimmungen (Looks) beteiligt ist.

Compositing

Compositing ist der Prozess oder die Technik, bei der visuelle Elemente aus verschiedenen Quellen zu einem einzigen Bild zusammengefügt werden, oft um die Illusion zu erzeugen, dass alle diese Elemente Teil derselben Szene sind. Live-Action-Dreharbeiten für das Compositing werden als "Chroma Key", "Blue Screen", "Green Screen" und unter anderen Namen bezeichnet. Heutzutage wird das Compositing größtenteils, wenn auch nicht ausschließlich, durch digitale Bildmanipulation erreicht. Vordigitale Compositing-Techniken reichen jedoch bis zu den Trickfilmen von Georges Méliès im späten 19. Jahrhundert zurück, und einige werden immer noch verwendet.

Continuity

Beim Continuity werden in der Film- und Videoproduktion mehr oder weniger zusammenhängende Aufnahmen oder verschiedene Komponenten, die aus einer einzigen Aufnahme geschnitten wurden, zu einer Sequenz kombiniert, um die Aufmerksamkeit des Zuschauers auf eine bereits vorhandene Konsistenz der Geschichte über Zeit und Ort hinweg zu lenken. [1] Der häufig in Spielfilmen verwendete Continuity oder "Schnitt auf Kontinuität" steht im Gegensatz zu Ansätzen wie der Montage, bei der der Cutter darauf abzielt, im Kopf des Zuschauers neue Assoziationen zwischen den verschiedenen Aufnahmen zu erzeugen, die dann von völlig unterschiedlichen Themen handeln können oder zumindest von Themen, die weniger eng miteinander verbunden sind, als es für den Kontinuitätsansatz erforderlich wäre.

Dolly

Ein Kamerawagen (Dolly (engl. für Transportwagen)) ist ein Wagen auf Rädern oder ein ähnliches Gerät, das bei Film- und Fernsehproduktionen verwendet wird, um gleichmäßige horizontale Kamerafahrten zu ermöglichen. Die Kamera ist auf dem Dolly montiert, und der Kameramann und der Schärfenzieher oder Kameraassistent fahren in der Regel auf dem Dolly mit, um ihn hin- und herzuschieben. Der Kamerawagen wird im Allgemeinen verwendet, um Bilder zu produzieren, bei denen die Kamera während der Aufnahme auf ein Motiv zu- oder von ihm wegbewegt wird, eine Technik, die als "Dolly Shot" bekannt ist. Der Dolly-Greifer ist ein spezieller Techniker, der den Dolly bedient, indem er ihn manuell vor- und zurückschiebt.

Effekte

Visuelle Effekte (manchmal mit VFX abgekürzt) sind der Prozess, bei dem Bilder außerhalb des Kontexts einer Live-Action-Aufnahme in der Film- und Videoproduktion erstellt oder manipuliert werden. Die Integration von Live-Action-Filmen und anderen Live-Action-Filmen oder CGI-Elementen zur Schaffung realistischer Bilder wird als VFX bezeichnet.

VFX beinhaltet die Integration von Live-Action-Filmmaterial (das auch Spezialeffekte in der Kamera enthalten kann) und generierten Bildern (digital oder optisch, Tiere oder Kreaturen), die realistisch aussehen, aber gefährlich, teuer, unpraktisch, zeitaufwändig oder unmöglich auf Film zu bannen wären. Visuelle Effekte unter Verwendung von computergenerierten Bildern (CGI) sind in jüngster Zeit mit der Einführung erschwinglicher und relativ einfach zu bedienender Animations- und Compositing-Software auch für unabhängige Filmemacher zugänglich geworden.

Spezialeffekte (oft abgekürzt als SFX, SPFX, F/X oder einfach FX) sind Illusionen oder visuelle Tricks, die in der Theater-, Film-, Fernseh-, Videospiel- und Simulatorindustrie verwendet werden, um die imaginären Ereignisse in einer Geschichte oder virtuellen Welt zu simulieren.

Framerate

Die Bildrate (ausgedrückt in Bildern pro Sekunde oder FPS) ist die Frequenz (Rate), mit der aufeinanderfolgende Bilder (Frames) aufgenommen oder angezeigt werden. Die Bildrate kann auch als Bildfrequenz bezeichnet und in Hertz ausgedrückt werden. Ab circa 18 Bildern pro Sekunde kann das menschliche Gehirn eine flüssige Bewegung erkennen.

Aktuelle Bildwechselfrequenzen sind 24 Hz (bei vielen Kinofilmen), 48 Hz (bei aufwendig produzierten neuen Kinofilmen und bei 3-D-Kino), 25i/30i Hz (beim Fernsehen) und 60–240 Hz (bei Computerspielen). Eine Bildsequenz, die mit einer niedrigen Bildfrequenz aufgenommen und mit normaler Geschwindigkeit abgespielt wird, nennt man Zeitraffer, bei einer hohen Frequenz spricht man von Zeitlupe.

Gaffer

In Film- und Fernsehteams ist der Gaffer (Chefbeleuchter, oder leitender Elektriker), für die Ausführung (und manchmal auch für die Gestaltung) des Beleuchtungsplans einer Produktion verantwortlich ist. Er erhält seine Anweisungen vom Kameramann. Der Assistent des Gaffers ist der Bestboy und der Beleuchter ist für den Aufbau und Abbau zuständig.

Das Gaffer-Tape ist ein starkes Klebeband mit Stoffrücken, das ursprünglich in der Film- und Fernsehindustrie verwendet wurde (z.B. um die Kabel am Set sicher zu verlegen).

Green Screen (vormals Blue Box)

Monochrom blau oder grün eingefärbter Hintergrund, der sich in einem Matting-Verfahren optisch, elektronisch oder digital entfernen lässt.