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Romy Schneider (1938 - 1982) war eine deutsch-französische Schauspielerin. Sie begann ihre Karriere im Genre des Heimatfilms Anfang der 1950er Jahre, als sie 15 Jahre alt war. Von 1955 bis 1957 spielte sie die Hauptrolle der Kaiserin Elisabeth von Österreich in der österreichischen Sissi-Trilogie, die sie später in einer reiferen Version in Luchino Viscontis "Ludwig II." (1973) wieder aufnahm. Schneider zog 1958 nach Paris, wo sie mit einigen der bekanntesten Regisseure der damaligen Zeit erfolgreiche und von der Kritik gefeierte Filme drehte.

Für ihre schauspielerischen Leistungen in den Filmen "Nachtblende" (1975) und "Eine einfache Geschichte" (1978) wurde sie mit dem César als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Aber auch an der Seite von Alain Delon in "Der Swimmingpool" 1969 sowie mit Philippe Noiret in "Das alte Gewehr" (1975; auch: Abschied in der Nacht) brillierte sie als Charakterdarstellerin.

Ihr letzter Film, "Die Spaziergängerin von Sans-Souci", erschien 1982 wenige Wochen vor ihrem Tod. Bei der Verleihung des César im Jahr 2008 wurde ihr postum der Ehrenpreis verliehen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Leben
  2. Karriere
  3. Privates
  4. Filmografie
  5. Auszeichnungen
  6. Literatur
  7. Dokumentarfilme

Leben

Schneider wurde 6 Monate nach dem Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland am 23. September 1938 als Rosemarie Magdalena Albach in Wien als Tochter der Schauspieler Magda Schneider und Wolf Albach-Retty geboren. Ihre Großmutter väterlicherseits, Rosa Albach-Retty, war ebenfalls Schauspielerin. Schneiders Mutter war Deutsche, ihr Vater war Österreicher.

Vier Wochen nach Romys Geburt brachten die Eltern sie nach Schönau am Königssee in Deutschland, wo sie und später ihr Bruder Wolf-Dieter (geboren 1941) bei ihren Großeltern Franz Xaver und Maria Schneider auf dem Gut Mariengrund aufwuchsen. In ihrem ersten Lebensjahr wurde Romy in die Hände einer Erzieherin gegeben. Ihre Eltern waren aufgrund ihrer Schauspiel-Engagements nur selten anwesend. Im Jahr 1943 trennten sie sich und wurden 1945 geschieden.

Im September 1944 wurde Schneider in die Volksschule Schönau eingeschult und besuchte ab Juli 1949 das Mädcheninternat auf Schloss Goldenstein, ein privates Gymnasium der Augustiner-Chorfrauen der Kongregation von Notre Dame in Elsbethen bei Salzburg. Schon während ihrer Schulzeit entdeckte sie ihre Leidenschaft für die Schauspielerei, weshalb sie bei den Theateraufführungen des Internats oft auf der Bühne stand.

In ihrem Tagebucheintrag vom 10. Juni 1952 schreibt sie: "Wenn es nach mir ginge, würde ich sofort Schauspielerin werden. ... Jedes Mal, wenn ich einen schönen Film sehe, sind meine ersten Gedanken bei der Idee: Ich muss unbedingt Schauspielerin werden. Ja! Ich muss!" Im Juli 1953 verließ sie die Internatsschule Goldenstein mit dem Abschluss der Mittleren Reife.

Nach den Sommerferien sollte sie an den Kölner Werkschulen studieren, da sie im Kunstunterricht in der Schule ein Talent zum Malen und Zeichnen gezeigt hatte. Außerdem war Magda Schneider bereits mit dem Gastronomen und Unternehmer Hans Herbert Blatzheim in Köln. Diesen Plan gab sie jedoch zugunsten ihrer ersten Filmrolle auf.

Nach der Scheidung ihrer Eltern im Jahr 1945 kümmerte sich Magda um Romy und ihren Bruder Wolf-Dieter und beaufsichtigte schließlich die Karriere des jungen Mädchens, wobei sie oft an der Seite ihrer Tochter auftrat. Ihre Karriere wurde auch von ihrem Stiefvater Blatzheim überwacht, der, wie Schneider angab, ein ungesundes Interesse an ihr hatte.

Karriere

An der Seite ihrer Mutter Magda Schneider spielte sie in Heimatfilmen wie Wenn der weiße Flieder wieder blüht (1953) und Die Deutschmeister (1955). In den Jahren 1955 bis 1957 gelang ihr in der Rolle der Kaiserin Elisabeth mit der Sissi-Trilogie der internationale Durchbruch.

Romy Schneiders erster Film, den sie im Alter von 15 Jahren, an der Seite ihrer Mutter Magda Schneider, drehte, war "Wenn der weiße Flieder wieder blüht" (1953). 1954 verkörperte Schneider die junge Königin Victoria in dem österreichischen Film "Mädchenjahre einer Königin".

Der Durchbruch gelang Schneider mit ihrer Darstellung der Kaiserin Elisabeth von Österreich in dem romantischen Biopic "Sissi" (1955) und den beiden Fortsetzungen "Sissi - Die junge Kaiserin" (1956) und "Sissi - Schicksalsjahre einer Kaiserin" (1957), alle mit Karlheinz Böhm, der ein enger Freund wurde. Zu den weniger stereotypen Filmen dieser arbeitsreichen Zeit gehören "Robinson soll nicht sterben" (1957), bei dem er mit dem jungen Horst Buchholz zusammenarbeitete, und "Monpti" (1957), bei dem Helmut Käutner Regie führte, wiederum mit Buchholz.

Während der Dreharbeiten zu "Christine" verliebte sich Schneider in den französischen Schauspieler Alain Delon, der in dem Film mitspielte. Sie verließ Deutschland, um zu ihm nach Paris zu ziehen, und die beiden gaben 1959 ihre Verlobung bekannt.

Schneider beschloss, in Frankreich zu leben und zu arbeiten, und gewann langsam das Interesse von Filmregisseuren wie Orson Welles für "Der Prozess" (1962), der auf dem gleichnamigen Roman von Franz Kafka basiert.

Die berufliche Wende kam schließlich, als Delon sie mit dem Regisseur Luchino Visconti bekannt machte und dieser ihr die weibliche Hauptrolle in seiner Inszenierung von John Fords Stück "Schade, dass sie eine Dirne ist" anbot. Für das Renaissance-Drama, bei dem sie gemeinsam mit Delon im Théâtre de Paris auf der Bühne stand, nahm sie französischen Sprachunterricht bei ihrem Kollegen Raymond Gérôme und Privatstunden bei einer Phonetik-Lehrerin.
Schneider, die nie eine reguläre Schauspielausbildung absolviert hatte, sagte später über die Zusammenarbeit mit Visconti: „Ich habe vier Lehrer: Visconti, Welles, Sautet und Żuławski. Der größte ist Visconti. Er hat mir beigebracht, was er allen beibringt, die mit ihm arbeiten, nämlich seine Art, die Dinge auf die Spitze zu treiben, seine Disziplin.“
Die Premiere des Theaterstücks, bei der unter anderem Ingrid Bergman, Shirley MacLaine und Jean Cocteau im Publikum saßen, fand am 29. März 1961 statt und wurde für Schneider zu einem großen Erfolg. Ihre darstellerische Leistung brachte ihr viele lobende Kritiken und die Anerkennung der Branche ein, so dass neue Rollenangebote nicht länger auf sich warten ließen.

Ein kurzes Gastspiel in Hollywood beinhaltete eine Hauptrolle in "Leih mir deinen Mann" (1964), einer Komödie mit Jack Lemmon, und "Was gibt’s Neues, Pussy?" (1965), in dem Schneider an der Seite von Peter O'Toole, Peter Sellers und Woody Allen auftrat.

Schneider und Delon trennten sich im Dezember 1963, blieben aber lebenslang enge Freunde. Sie arbeiteten weiterhin zusammen in Filmen wie "Das Schwimmbad" (1968) und "Das Mädchen und der Mörder" (1972).

In den 1970er Jahren arbeitete Schneider weiterhin in Frankreich, vor allem mit dem Regisseur Claude Sautet an 5 Filmen. Ihre erste Zusammenarbeit, "Die Dinge des Lebens" (1970) mit Michel Piccoli, machte Schneider in Frankreich zu einer Ikone. Die drei arbeiteten erneut für den Noir-Thriller "Das Mädchen und der Kommissar" (1971) zusammen, und sie spielte mit Yves Montand in "César und Rosalie" (1972).

Schneider stellte eine reifere und realistischere Elisabeth von Österreich in Ludwig (1973) dar, Viscontis Film über das Leben von König Ludwig II. von Bayern. "Sissi klebt an mir wie Haferflocken", sagte Schneider einmal.

In dieser Zeit kam es zu einem unangenehmen Zwischenfall mit dem deutschen Starregisseur Rainer Werner Fassbinder, der sie für die Hauptrolle in seinem Film "Die Ehe der Maria Braun" (1979) besetzen wollte. Die Verhandlungen scheiterten, als er Schneider als "dumme Kuh" bezeichnete, woraufhin sie erklärte, dass sie niemals mit einem solchen "Biest" zusammenarbeiten würde. Fassbinder besetzte stattdessen Hanna Schygulla und belebte damit seine berufliche Beziehung zu einer Schauspielerin wieder, die er ebenfalls beleidigt hatte.

Privates

Nach dem Ende ihrer Beziehung mit Delon heiratete Schneider im Juli 1966 den deutschen Regisseur und Schauspieler Harry Meyen; später ließen sie sich scheiden. Das Paar hatte einen Sohn, David Christopher (1966-1981). Im Juli 1981 starb David im Alter von 14 Jahren, nachdem er versucht hatte, über den Stacheldrahtzaun am Haus seines Stiefvaters zu klettern und sich dabei die Oberschenkelarterie durchstach.

Sie hatte Liebesbeziehungen mit Oswalt Kolle (1964) und dem Schauspieler Bruno Ganz (Anfang der 1970er Jahre).

Schneider trat als eine von 28 Frauen unter dem Motto "Wir haben abgetrieben!" auf der Titelseite des westdeutschen Magazins Stern am 6. Juni 1971. In dieser Ausgabe erklärten 374 Frauen öffentlich, dass sie Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen hatten, was damals illegal war.

1975 heiratete Schneider ihren Privatsekretär Daniel Biasini; 1981 ließen sie sich scheiden. Die gemeinsame Tochter Sarah ist Schauspielerin. Ihr letzter Liebespartner war der Filmproduzent Laurent Pétin (geb. 1949).

Schneider begann nach dem Tod ihres Sohnes exzessiv Alkohol zu trinken. Schneiders Freundin Claude Pétin, sagte jedoch, dass sie zum Zeitpunkt ihres Todes nicht mehr trank und sie davon überzeugt ist, dass es sich um einen natürlichen Tod (und nicht um Suizid) handelte.

Schneider wurde am 29. Mai 1982 tot in ihrer Pariser Wohnung aufgefunden. Der Untersuchungsrichter Laurent Davenas erklärte, sie sei an einem Herzstillstand gestorben. Claude Pétin erklärte, Schneiders Herzstillstand sei auf ein geschwächtes Herz zurückzuführen, das durch eine Nierenoperation Monate zuvor geschwächt worden war.

Ihr Grabstein auf dem Friedhof Boissy-sans-Avoir, Yvelines, trägt ihren Geburtsnamen Rosemarie Albach. Zu den Trauergästen gehörten Jean-Claude Brialy, Michel Piccoli, Jean-Loup Dabadie, Jean Rochefort, Claude Sautet, Claude Lelouch, Gérard Depardieu, ihr Bruder Wolf-Dieter, ihr ehemaliger Ehemann Daniel Biasini und Laurent Pétin. Kurz darauf veranlasste Delon, dass ihr Sohn David in demselben Grab beigesetzt wurde.

Filmografie

Spielfilme Fernsehauftritte (Auswahl) Theaterauftritte Synchronisation

Romy Schneider synchronisierte ihre auf Französisch gedrehten Filme fast ausschließlich selbst ins Deutsche und Englische. Die Synchronisation von "Die Spaziergängerin von Sans-Souci" konnte sie aufgrund ihres plötzlichen Todes nicht mehr übernehmen. Eva Manhardt, die Romy Schneider bereits in "Das alte Gewehr" synchronisiert hatte, lieh ihr deshalb ihre Stimme für die deutsche Version des Films.

Auszeichnungen

Literatur

Dokumentarfilme

 

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