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Grace Kelly (1929 - 1982) war eine US-amerikanische Schauspielerin und spätere Fürstin von Monaco. Sie wirkte in 11 Spielfilmen mit, wobei der Thriller "Das Fenster zum Hof" (1954) mit James Stewart zu den bedeutendsten Werken der Filmgeschichte zählt (Regie: Alfred Hitchcock).

Grace Kelly war für ihr stilsicheres Auftreten bekannt und setzte weltweit modische Trends. Ihre Präsenz im Fürstentum verhalf Monaco zu neuem Ansehen und wirtschaftlichem Aufschwung. Das American Film Institute wählte sie auf Platz 13 der 25 größten weiblichen amerikanischen Filmstars aller Zeiten.

Inhaltsverzeichnis

  1. Leben
  2. Karriere
  3. Privates
  4. Zitate
  5. Filmografie
  6. Auszeichnungen
  7. Literatur

Leben

Grace Patricia Kelly wurde am 12. November 1929 in Philadelphia, Pennsylvania, als Tochter einer wohlhabenden und einflussreichen Familie geboren.

Ihr Vater, John B. Kelly Sr. (1889 – 1960; auch Jack Kelly), stammte aus einer irischen Einwandererfamilie und gewann drei olympische Goldmedaillen im Rudern. Außerdem besaß er ein erfolgreiches Bauunternehmen. Als Kandidat der Demokraten für die Wahl zum Bürgermeister von Philadelphia im Jahr 1935 verlor er mit dem knappsten Ergebnis in der Geschichte der Stadt. In späteren Jahren war er Mitglied der Fairmount Park Commission und wurde während des Zweiten Weltkriegs von Präsident Roosevelt zum National Director of Physical Fitness ernannt. Sein Bruder Walter C. Kelly war ein Vaudeville-Star, der auch Filme für Metro-Goldwyn-Mayer und Paramount Pictures drehte, und ein weiterer namens George war ein mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneter Dramatiker, Drehbuchautor und Regisseur.

Kellys Mutter, Margaret Majer (1898 -1990), hatte deutsche Eltern. Margaret hatte an der University of Pennsylvania Sport unterrichtet und war die erste Frau, die die Frauen-Leichtathletik Mannschaft trainierte. In ihrer Jugend war sie auch eine Zeit lang als Model tätig. Nach ihrer Heirat mit John B. Kelly im Jahr 1924 konzentrierte sich Margaret auf die Arbeit als Hausfrau, bis alle ihre Kinder im schulpflichtigen Alter waren, woraufhin sie begann, sich aktiv an verschiedenen gesellschaftlichen Organisationen zu beteiligen.

Kelly hatte 2 ältere Geschwister, Margaret (1925–1991) und John Jr. (1927–1985), und eine jüngere Schwester, Elizabeth (1933–2009). Die Kinder wurden im katholischen Glauben erzogen.

Sie erhielt ihre Grundschulausbildung in der Gemeinde Saint Bridget's in East Falls. Während sie die Ravenhill Academy, eine angesehene katholische Mädchenschule, besuchte, modelte Kelly mit ihrer Mutter und ihren Schwestern bei örtlichen Wohltätigkeitsveranstaltungen. Wegen Kurzsichtigkeit musste sie etwa ab dem zwölften Lebensjahr eine Brille tragen. Im Jahr 1942, im Alter von 12 Jahren, spielte sie die Hauptrolle in "Don't Feed the Animals", einem Theaterstück.

Im Mai 1947 machte sie ihren Abschluss an der Stevens School, einer gesellschaftlich angesehenen Privatschule im nahe gelegenen Chestnut Hill, wo sie an Schauspiel- und Tanzprogrammen teilnahm. In ihrem Abschlussjahrbuch wurde Ingrid Bergman als ihre Lieblingsschauspielerin und Joseph Cotten als ihr Lieblingsschauspieler aufgeführt.

Aufgrund ihrer schlechten Mathematiknoten wurde Kelly im Juli 1947 vom Bennington College abgelehnt. Trotz der anfänglichen Missbilligung ihrer Eltern beschloss Kelly, ihren Traum, Schauspielerin zu werden, zu verfolgen. Ihr Vater war besonders unzufrieden mit ihrer Entscheidung, da er die Schauspielerei als "einen Hauch besser als Straßenmädchen" ansah.

Karriere

Um ihre Karriere zu beginnen, bewarb sie sich an der American Academy of Dramatic Arts in New York mit einer Szene aus "The Torch-Bearers" (1923) ihres Onkels George Kelly. Obwohl die Schule ihre Semesterquote bereits erfüllt hatte, erhielt sie ein Vorstellungsgespräch bei der Zulassungsstelle und wurde dank Georges Einfluss aufgenommen. Mit 19 Jahren bestand sie ihre Abschluss-Prüfung in der Rolle der Tracy Lord in "The Philadelphia Story".

Sie wurde von der Agentur John Robert Powers als Fotomodell engagiert, wo einige ihrer ersten Jobs Werbespots für Mückenspray und Zigaretten waren.

Frühe Filme und Durchbruch

Der Fernsehproduzent Delbert Mann besetzte Kelly mit der Hauptrolle in einer Adaption des Romans von Sinclair-Lewis "Bethel Merriday"; dies war ihre erste von fast 60 Live-Fernsehsendungen.

Der Produzent Stanley Kramer bot ihr eine Rolle als Co-Star neben Gary Cooper in dem Western "High Noon" (1952; Regie: Fred Zinnemann) an. Der Film wurde wurde mit 4 Oscars ausgezeichnet und von einigen Kritikern zu den besten Filmen aller Zeiten gezählt.
Trotzdem sagt der Biograf H. Haughland: "Miss Kellys schauspielerische Leistung hat weder die Kritiker begeistert noch ihren eigenen Erwartungen entsprochen". Erst in ihren späteren Filmen sollte sie richtig aufblühen und ihre wahren Star-Qualitäten kamen zum Vorschein.

Im November 1952 trafen Kelly, John Ford, Ava Gardner, Clark Gable u.a. in Nairobi ein, um mit der Produktion des Films "Mogambo" zu beginnen. Kelly spielte Linda Nordley, eine nachdenkliche englische Ehefrau, die ein romantisches Interesse an dem von Clark Gable gespielten Charakter hat. Der Film kam 1953 in die Kinos und war ein großer Erfolg an den Kinokassen. Kelly gewann einen Golden Globe Award als beste Nebendarstellerin und erhielt für ihre Leistung ihre erste Oscar-Nominierung als beste Nebendarstellerin.

Anerkennung und letzte Filme

In der Verfilmung von des Broadway-Hit "Bei Anruf Mord" (1954) von Frederick Knott spielte Kelly die Rolle der wohlhabenden Ehefrau eines pensionierten Profi-Tennisspielers. Der Regisseur Alfred Hitchcock wurde in den letzten Jahren ihrer Karriere zu einem von Kellys Mentoren. Sie wirkte in mehreren seiner Filme mit, die zu ihren von der Kritik am meisten gelobten und anerkannten Arbeiten gehören sollten.

Kelly lehnte das Angebot, an der Seite von Marlon Brando in "Die Faust im Nacken" (1954) zu spielen, ab; Eva Marie Saint, die sie ersetzte, wurde für diese Rolle mit einem Oscar ausgezeichnet. Stattdessen entschied sie sich für die Rolle der Lisa Fremont in Das Fenster zum Hof (1954) an der Seite von James Stewart. Dieser war von der Zusammenarbeit mit ihr begeistert. Die Rolle der Lisa Fremont, einer wohlhabenden Dame der Gesellschaft und Modemodells, die "nie zweimal dasselbe Kleid trug", war anders als Die Rollen, die sie zuvor gespielt hatte. Dies war ihr erster Auftritt als unabhängige Karrierefrau.
Wie in ihren früheren Filmen setzte Hitchcock die Kamera auf eine Silhouette von Kelly, auf Nahaufnahmen der beiden Stars beim Küssen und schließlich auf ihr Profil. Hitchcock stellte ihre Eleganz in den Vordergrund, indem er ihre Kleider mehrmals wechselte, darunter: Glamouröse kurze Abendkleider, ein durchsichtiges Negligé über einem eleganten Nachthemd, ein geblümtes Kleid mit vollem Rock und eine legere Jeans.

Kelly spielte die Rolle der leidgeprüften Ehefrau von Bing Crosby, Georgie Elgin, in "Ein Mädchen vom Lande" (1954), nachdem die schwangere Jennifer Jones abgesprungen war. In dem Drama spielte Kelly die Ehefrau eines gescheiterten, alkoholkranken Sängers, der von Crosby gespielt wurde. Ihre Figur ist emotional hin- und hergerissen zwischen ihren beiden Liebhabern, gespielt von Crosby und William Holden. Auch in diesem Film wurde sie von Edith Head passend zu ihrer Rolle eingekleidet. Anfangs trug sie modische Kleider, gegen Ende des Films wechselte sie zu gewöhnlich aussehenden Strickjacken. Sie wurde für ihre Leistungen mit dem Oscar als beste Schauspielerin ausgezeichnet.

Nach den aufeinanderfolgenden Dreharbeiten zu "Fenster zum Hof", "Die Brücken von Toko-Ri", "Ein Mädchen vom Lande" und "Grünes Feuer" flog Kelly an die französische Riviera, um an ihrem dritten und letzten Film für Hitchcock, "Über den Dächern von Nizza" (1955), zu arbeiten. Zum fünften Mal von MGM an Paramount ausgeliehen, spielte Kelly die Rolle einer Verführerin, die luxuriöse und verführerische Kleider trägt, während Cary Grant die Rolle eines ehemaligen Einbrechers spielte, der einen Dieb fangen will, der ihn nachahmt. Kelly und Grant entwickelten eine gegenseitige Bindung und Bewunderung füreinander. Als Grant Jahre später nach seiner absoluten Lieblingsschauspielerin gefragt wurde, antwortete er: "Nun, bei allem Respekt vor der lieben Ingrid Bergman, ich habe Grace viel lieber gemocht. Sie hatte Gelassenheit."

Im Jahr 1956 wohnte Kelly in einem von Bill Lear gemieteten Haus in Pacific Palisades, Kalifornien, für die Dauer ihrer Dreharbeiten. Sie spielte die Prinzessin Alexandra in dem Film "Der Schwan" (1956) unter der Regie von Charles Vidor, an der Seite von Alec Guinness und Louis Jourdan.

Ihre letzte Rolle hatte sie in dem Musical-Film "Die oberen Zehntausend" (1956), einer Neuverfilmung von MGMs "Die Nacht vor der Hochzeit" (1940; mit Cary Grant & Katharine Hepburn). Sie spielte Tracy Lord, neben Bing Crosby, Frank Sinatra und Celeste Holm in den anderen Hauptrollen. Variety schrieb: "Miss Kelly beeindruckt als weibliche Hauptdarstellerin mit angenehm komödiantischen Untertönen", und dass es "möglicherweise ihre entspannteste Leistung" sei.

Privates

Grace Kelly lernte Fürst Rainier III. von Monaco am im Mai 1955 am Rande der Filmfestspiele von Cannes kennen. Sie war eine akzeptable und attraktive Braut für Prinz Reinier, weil sie katholisch war. Außerdem wurde damals gemunkelt, dass Monaco mit Frankreich wiedervereinigt werden würde, wenn Fürst Reinier keinen Nachfolger stellen würde. Bevor Kelly ins Spiel kam, hatte Prinz Reinier 6 Jahre lang eine Beziehung mit der französischen Schauspielerin Gisèle Pascal. Medizinische Untersuchungen ergaben, dass sie unfruchtbar war, woraufhin Prinz Reinier die Beziehung beenden musste. Es wird auch behauptet, dass dies ein Gerücht ist, das von Prinz Reiniers älterer Schwester, Prinzessin Antoinette, in die Welt gesetzt wurde, um ihre Chancen auf den Thron und die ihres Sohnes zu erhöhen. Pascal würde später doch noch Kinder bekommen.

Fürst Reinier und Fürstin Gracia Patricia von Monaco schlossen im 1956 die standesamtliche und die kirchliche Trauung. Sie hatten 3 Kinder:

  1. Caroline Louise Marguerite (23. Januar 1957)
  2. Albert Alexandre Louis Pierre (14. März 1958), Thronfolger
  3. Stéphanie Marie Elisabeth (1. Februar 1965)

Im September 1982 erlitt Prinzessin Grace Patricia Grimaldi im Alter von 52 Jahren einen Schlaganfall, als sie mit ihrem Rover in der Nähe von La Turbie auf der gleichen kurvenreichen Straße fuhr, auf der auch die berühmte Szene aus dem Hitchcock-Film "Über den Dächern von Nizza" spielt. Infolgedessen verlor sie die Kontrolle über das Auto und stürzte in eine Schlucht. Sie starb am nächsten Tag (14. September 1982) im Krankenhaus in Monaco, ohne das Bewusstsein wiedererlangt zu haben.
Prinzessin Stephanie, die neben ihr gesessen hatte, erlitt bei diesem tragischen Unfall nur leichte Verletzungen. Ein paar Jahre später stellte sich jedoch heraus, dass sie sich das Genick gebrochen hatte. Es gab lange Zeit Gerüchte, dass nicht Prinzessin Grace, sondern die damals 17-jährige Stéphanie, die keinen Führerschein hatte, am Steuer saß.

Fürstin Grace wurde am Samstag, dem 18. September 1982, in der Familiengruft in der Kathedrale von Monaco beigesetzt. Unter den 400 Gästen befanden sich Delegierte ausländischer Regierungen und einige europäische Königshäuser, darunter die First Lady Nancy Reagan, Danielle Mitterrand, Prinzessin Diana, Prinz Bernhard zur Lippe-Biesterfeld (Niederlande) und König Baudouin von Belgien. Weltweit verfolgten rund 100 Millionen Zuschauer die Zeremonie live im Fernsehen.

Zitate

Das Aufhebens, das um mein beispielhaftes Image gemacht wird, ist mir manchmal ungemein lästig. Es ist ermüdend, ständig als Vorbild hingestellt zu werden.

Die Pressefreiheit funktioniert in der Weise, dass es nicht viel Freiheit vor ihr gibt.

Ich liebe Spaziergänge in den Wäldern, auf Wanderwegen und an den Stränden. Ich liebe es, Teil der Natur zu sein. Ich liebe es, allein zu wandern. Es ist eine Therapie. Man muss allein sein, um seine Batterien wieder aufzuladen.

Für eine Frau sind vierzig Jahre eine Qual, praktisch das Ende. Ich finde es entsetzlich, vierzig zu werden.

Natürlich möchte ich heiraten. Aber meine Karriere liegt mir mehr am Herzen als der Gedanke an die Ehe. Wenn ich jetzt aufhörte – und aufhören müsste ich, weil die Ehe nach meiner Auffassung eine Frau ganz beansprucht –, dann würde ich mich womöglich mein Leben lang mit dem Gedanken quälen, was für eine große Schauspielerin ich hätte werden können.

Mein Vater war sehr sanft, er hat uns nie geschlagen oder ausgeschimpft. Das tat meine Mutter. Aber kaum sagte mein Vater ein Wort, sind wir gesprungen. Ich glaube, der Vater verkörpert Autorität und die Mutter setzt sie durch.

Zitate über Grace Kelly

Grace Kelly war schon immer mein absolutes Idol. Wenn sie vor der Kamera steht, kann ich meine Augen einfach nicht von ihr abwenden; dasselbe gilt für Marilyn Monroe. Man kann die Augen nicht von ihnen abwenden. Sie haben so viel Selbstvertrauen und sind so gelassen und anmutig und elegant und schick. Aber dann können sie diese physische Komödie machen, und im Bruchteil einer Sekunde können sie einen in Hysterie versetzen. - Margot Robbie; Schauspielerin

Ich habe Grace nicht entdeckt, aber ich habe sie vor einem Schicksal bewahrt, das schlimmer ist als der Tod. Ich habe sie davor bewahrt, auf ewig als kalte Frau abgestempelt zu werden.
Grace Kellys scheinbare Frigidität war wie ein mit Schnee bedeckter Berg, aber dieser Berg war ein Vulkan. - Alfred Hitchcock; Regisseur

Hinter den Kulissen erinnerte sie mich an eine Kleinstadt-Schullehrerin. Ihr Haar war zu einem Pferdeschwanz zurückgekämmt, ihr Gesicht war bis auf einen Hauch von Lippenstift ungeschminkt, und sie trug eine Brille. Sie wirkte auf mich sehr sympathisch - und sehr schüchtern. Aber als wir Freunde wurden, sah ich, dass sie neben ihrer Entschlossenheit, als Schauspielerin erfolgreich zu sein, auch eine gewisse innere Ruhe hatte. Sie akzeptierte die Welt, wie sie wirklich war, und nicht, wie sie sie haben wollte. Ich erinnere mich, dass ich dachte, dass dies etwas Einzigartiges für jemanden ist, der so jung ist. - Rita Gam; Schauspielerin & Brautjungfer auf der Hochzeit von Grace Kelly

Wissen Sie, ich liebe Grace Kelly einfach. Nicht weil sie eine Prinzessin war, nicht weil sie eine Schauspielerin war, nicht weil sie meine Freundin war, sondern weil sie einfach die netteste Frau war, die ich je getroffen habe. Jedes Mal, wenn ich sie sah, brachte Grace ein sanftes, warmes Licht in mein Leben, und jedes Mal, wenn ich sie sah, war das ein ganz eigener Urlaub. Keine Frage, ich werde sie vermissen, wir alle werden sie vermissen, Gott segne dich, Prinzessin Grace. - James Stewart in seiner Trauerrede bei ihrer Beerdigung

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Auszeichnungen

Literatur

 

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