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Charles Bronson (1921 - 2003) war ein US-amerikanischer Schauspieler litauischer Abstammung.

Ab den späten 1960er Jahren zählte Bronson ein gutes Jahrzehnt lang zu den weltweit populärsten Stars. Er spielte meist wortkarge Helden in Western und Actionfilmen. Besondere Berühmtheit erlangte im Western-Epos "Spiel mir das Lied vom Tod" in der Rolle des mysteriösen Mundharmonikaspielers. Einer seiner erfolgreichsten Filme war der Thriller "Ein Mann sieht rot" (1974), der Selbstjustiz zum Thema hatte.

Inhaltsverzeichnis

  1. Leben
  2. Karriere
  3. Privates
  4. Filmografie
  5. Auszeichnungen
  6. Literatur

Leben

Charles Dennis Buchinsky (* 3. November 1921 in Ehrenfeld, Pennsylvania) wurde als elftes von insgesamt 15 Kindern einer litauischen, römisch-katholischen Einwandererfamilie geboren. Seine Mutter, Mary Valinsky (litauisch Marija Valinskis), war amerikanische Staatsbürgerin, sein Vater Valteris Bučinskis (englisch Walter Buchinsky), ein Bergmann lipka-tatarischer Abstammung, wurde später eingebürgert.

In seiner Jugend wurde in der Familie Russisch und Litauisch gesprochen. Bronson absolvierte die Highschool, während seine Geschwister ohne Schulabschluss blieben. Er sprach fließend Russisch, Litauisch und Griechisch. Als sein Vater starb, war er 10 Jahre alt. Um seine Familie zu unterstützen, arbeitete er im Alter von 16 Jahren zusammen mit seinen Brüdern in einem Kohlebergwerk (1 $ Lohn pro Tonne Kohle), wie es ihr Vater getan hatte.

Im Zweiten Weltkrieg war er Maschinengewehrschütze im Heck eines Bombers. Als er im Februar 1946 aus der Armee entlassen wurde, ging er nach Philadelphia, um sein Glück zu versuchen, und schrieb sich mit Hilfe des G.I. Bill im folgenden Jahr an einer Zeichenschule ein; er war damals 27 Jahre alt. Er war zeitlebens an der Malerei interessiert und stellte, als er bereits ein Filmstar war, unter seinem Geburtsnamen Buchinsky mit Erfolg Bilder aus.

Während dieser Zeit trat er der örtlichen Theatergruppe bei und spielte Nebenrollen in verschiedenen Stücken. So sprach er beispielsweise bei Elia Kazan für das Drama "Endstation Sehnsucht" (im engl. Original A Streetcar Named Desire) von Tennessee Williams. Er arbeitete als Aushilfe in Atlantic City, wo ihm Filmschauspieler, die in den Kasinos der Stadt zu Besuch waren, aufgrund seines Aussehens rieten, sein Glück in Hollywood zu versuchen.

1949 heiratete er in Atlantic City Harriet Tendler, die er zwei Jahre zuvor am Theater kennengelernt hatte, bevor er nach Kalifornien zog. Im selben Jahr wurde er am berühmten Pasadena Theater (Los Angeles) aufgenommen.

Karriere

Charles Bronson debütierte 1949 als Fernsehdarsteller und 1951 als Kinoschauspieler. Zunächst trat er noch unter seinem Familiennamen „Buchinsky“ auf und spielte beispielsweise im Horrorklassiker "Das Kabinett des Professor Bondi" (1953) den Assistenten „Igor“ des wahnsinnigen Wachsbildhauers Professor Jarrod (Vincent Price). Er wurde in Western wie "Vera Cruz" (1954) eingesetzt, stand aber immer weit unten auf der Besetzungsliste und konnte sich während der 1950er Jahre in Hollywood nicht durchsetzen.

Zwischen 1949 und 1967 absolvierte Bronson Dutzende von TV-Auftritten und war in bekannten Fernsehserien wie Twilight Zone, Am Fuß der blauen Berge, Rauchende Colts, Bonanza oder Auf der Flucht zu sehen, wobei er allerdings nie als Hauptdarsteller in Erscheinung trat.

Um während der McCarthy-Ära nicht für einen Russen gehalten zu werden, änderte der Schauspieler 1955 seinen Nachnamen und tauchte in den Besetzungslisten fortan als Charles Bronson auf (diesen Namen übernahm er vom Bronson Gate in der Nähe der Paramount-Studios).

Er spielte an der Seite von Elvis Presley in dem Unterhaltungsfilm "Kid Galahad – Harte Fäuste, heiße Liebe" (1962) dessen Boxtrainer. Auch übernahm er Rollen in Filmen wie "Vier für Texas" (1963), "… die alles begehren" (1965) oder "Die letzte Schlacht" (1965). In "Das dreckige Dutzend" (1967) zählte er neben Lee Marvin den einzigen Überlebenden des bekannten Kommandos dar. Obwohl der etablierte Star Marvin die Hauptrolle spielte, erschien Bronsons Part als nahezu gleichwertig. Der harte Kriegsfilm, in dem auch kommende Stars wie Donald Sutherland oder Telly Savalas auftraten, zählte zu den größten Filmerfolgen der späten 1960er Jahre und brachte Bronsons Karriere weiter voran.

Mitte der 1960er Jahre hatte Charles Bronson es mehrfach abgelehnt, in einem Italowestern des Regisseurs Sergio Leone aufzutreten ("Für eine Handvoll Dollar" usw.). 1968 gelang es Leone endlich, ihn für sein Western-Epos "Spiel mir das Lied vom Tod zu engagieren". Bronson galt 1967, als der Film in Produktion ging, in Hollywood noch nicht als zugkräftiger Star und Leone musste sich gegen viele Widerstände durchsetzen.

In der Rolle des schweigsamen Rächers fand Bronson ein passgenaues Image. Der muskulöse Darsteller mit den zerfurchten Zügen und dem undurchdringlichen Gesichtsausdruck spielte meist Männer, die selbstsicher und latent bedrohlich wirkten. Der Western wurde auch außerhalb der USA zu einem Riesenerfolg und ging als Klassiker in die Filmgeschichte ein.

An der Seite von Alain Delon spielte Bronson in dem französischen Thriller "Du kannst anfangen zu beten" (1968) einen ehemaligen Fremdenlegionär, der in kriminelle Machenschaften verwickelt wird. In dem Western "Rivalen unter roter Sonne " (1971) agierte er an der Seite von Delon, Ursula Andress und Toshirō Mifune, der hier als Samurai im Wilden Westen zu sehen war.

In den frühen 1970er Jahren hatte Bronson seinen Karrierehöhepunkt erreicht und war mit zahlreichen Filmen weltweit erfolgreich. Mit dem Selbstjustiz-Thriller "Ein Mann sieht rot" (1974; org.: Death Wish) landete er seinen wohl größten Kassenhit und konnte sich erstmals auch in seinem Heimatland USA als Star profilieren. Der kontrovers diskutierte Film zeigte Bronson in der Rolle eines friedlichen Architekten, der in den Straßen von New York zum Rächer wird, weil seine Frau ermordet und seine Tochter vergewaltigt wurde.

Zusammen mit anderen bekannten New-York-Filmen dieser Ära (French Connection, Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123, Taxi Driver etc.) spiegelte der Film ein damals weit verbreitetes Unbehagen über das unsichere Leben in der weltberühmten Metropole. In der Rolle des Durchschnittsbürgers Paul Kersey, der das Recht selbst in die Hand nimmt, traf Bronson den Zeitgeist und personifizierte ganz offensichtlich die heimlichen Sehnsüchte zahlreicher Kinozuschauer. Der deutsche Filmtitel ging als Redewendung in die Umgangssprache ein.

In den 1980er Jahren, als Bronson die 60 überschritten hatte, ließ seine Popularität nach. Er trat zwar bis in die 1990er Jahre in Actionfilmen auf, doch das Publikum wandte sich während dieser Zeit neuen Genre-Stars wie Arnold Schwarzenegger, Sylvester Stallone, Chuck Norris, Jean-Claude Van Damm oder Bruce Willis zu, die zum Teil Jahrzehnte jünger waren.

Vor seinem Durchbruch zum Star hatte Charles Bronson wechselnde Synchronsprecher. Er wurde unter anderem von Harald Juhnke, Claus Biederstaedt, Arnold Marquis und Günter Pfitzmann gesprochen. Ab 1968 war Michael Chevalier (1933 - 2006) der feste Sprecher von Charles Bronson.

Privates

Er war dreimal verheiratet - mit Harriet Tendler, Jill Ireland und Kim Weeks - und Vater von 6 Kindern.

In erster Ehe war er ab 1949 mit Harriet Tendler verheiratet. Sie bekamen 2 Kinder, Suzanne und Tony, bevor sie sich 1965 scheiden ließen.

Jill Ireland, mit der Bronson über seit 1968 verheiratet war, erlag 1990 ihrer langjährigen Krebserkrankung. Die Bronsons lebten in einer großen Villa in Bel Air, Los Angeles, und mit 7 Kinder: 2 aus seiner früheren Ehe, 3 aus ihrer Ehe (von denen eines adoptiert war) und 2 eigene Kinder, Zuleika und Katrina, die ebenfalls adoptiert wurde. Nach ihrer Heirat spielte sie oft seine Hauptdarstellerin, und sie spielten in 15 Filmen zusammen.

1998 heiratete der Schauspieler die 40 Jahre jüngere Fernsehproduzentin Kim Weeks mit der er bis zu seinem Tod zusammenblieb.

Bronson litt seit den späten 1990er Jahren an der Alzheimer-Krankheit und starb am 30. August 2003 in Los Angeles im Alter von 81 Jahren an einer akuten Lungenentzündung, nur wenige Stunden nachdem er die Nachricht vom Tod seines Freundes Michel Constantin erhalten hatte. Schon zwei Wochen vorher hatten die Medien gemeldet, dass er im Sterben liege.

Von Kollegen wurde Bronson oft als schweigsam und unzugänglich beschrieben. Er saß manchmal lange in einer Ecke, ließ sich die Instruktionen vom Regisseur erläutern und sprach erst, wenn die Kamera lief. Bronson erklärte, seine harte und entbehrungsreiche Kindheit habe seinen Charakter geformt. Der Schauspieler schirmte sein Privatleben hermetisch vor der Öffentlichkeit ab und gab ungern Interviews.

Filmografie

als Charles Buchinsky oder ohne Credits:

als Charles Bronson:

Auszeichnungen

Literatur

 

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