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Barbara Stanwyck (1907 - 1990) war eine US-amerikanische Schauspielerin. Ihre Karriere begann mit dem Ende der Stummfilmzeit und wurde von dem Regisseur Frank Capra lanciert, der ihr ihre ersten wichtigen Rollen gab. Sie verkörpert die Stereotypen der Heldin des Film Noir und wendet sich den unterschiedlichsten Filmgenres zu: Melodrama, Western, Kriminalfilm, Komödie, Sozialfilm. Sie wurde viermal für einen Oscar nominiert, erhielt aber keinen. Im Jahr 1982 erhielt sie jedoch einen Ehren-Oscar für ihr Lebenswerk (außergewöhnliche Kreativität und einzigartige Beiträge zur Filmschauspielkunst).

Inhaltsverzeichnis

  1. Leben
  2. Karriere
  3. Privates
  4. Filmografie
  5. Auszeichnungen
  6. Literatur

Leben

Stanwyck wurde als Ruby Catherine Stevens wurde am 16. Juli 1907 in New York City im Stadtteil Brooklyn geboren. Sie stammt aus armen Verhältnissen und ist schottischer und irischer Abstammung. Sie war 4 Jahre alt, als ihre Mutter bei einem Unfall starb, als sie von einem betrunkenen Mann aus der Straßenbahn gestoßen wurde. Zwei Wochen nach der Beerdigung reiste ihr Vater ab, um am Panamakanal zu arbeiten, und ließ nichts mehr von sich hören. Ruby, das jüngste von 5 Kindern, wird von ihrer älteren Schwester und Pflegeeltern aufgezogen. Schon als Teenager begann sie zu arbeiten, unter anderem als Packerin und Telefonistin.

Ihr Pseudonym wählte sie nach dem Theaterstück "Barbara Frietchie", indem sie den Vornamen aus dem Stück mit dem Nachnamen der Schauspielerin im Stück, Jane Stanwyck, kombinierte; beide wurden auf einem Theaterprogramm von 1906 gefunden.

Sie versucht ihr Glück in der Unterhaltungsbranche. Bereits mit 15 Jahren sang und tanzte sie in Kabaretts, bevor sie 1923 ein Engagement als Showgirl in den Ziegfeld Follies erhielt.

Stanwyck wurde bald darauf zum Broadway-Star, als sie in ihrer ersten Hauptrolle in Burlesque (1927) zu sehen war. Sie erhielt begeisterte Kritiken, und der Film war ein großer Erfolg.

Die junge Schauspielerin lernte Frank Fay (1891 - 1961; einen berühmten New Yorker Schauspieler) kennen und heiratete ihn 1928. Das Paar zog kurz darauf nach Hollywood. Später gab sie zu, dass er für sie wie ein Vater war, den sie nie gehabt hatte. Da Barbara keine Kinder bekommen konnte, adoptierte das Paar am im Dezember 1932 Dion Anthony, der im Februar desselben Jahres geboren wurde.

Karriere

Nach einigen Filmen, die jedoch Misserfolge waren, schaffte Barbara Stanwyck 1930 den Durchbruch als Star durch ihre Rolle in "Ladies of Leisure" unter der Regie von Frank Capra. Der Regisseur war von der Persönlichkeit der Schauspielerin begeistert; er half ihr, ihr etwas schroffes Image abzumildern, und eröffnete ihr neue Horizonte in Hollywood.

Stanwyck wurde während der Weltwirtschaftskrise neben Sylvia Sidney eine der Heldinnen für die Arbeiterklasse. In Filmen wie "The Purchase Price", "Night Nurse" und vor allem "Baby Face" spielte sie Frauen, die in der Lage waren, trotz widrigster Umstände ihre soziale Lage zu verbessern. Sie hatte dabei immer noch ein raueres und robusteres Image als beispielsweise Constance Bennett, Joan Crawford – mit der sie privat zeitlebens befreundet war –, Ann Harding und anderen Darstellerinnen, die in diesen Tagen ebenfalls zu Ruhm kamen.

Eine von Stanwycks bekanntesten Rollen war die in der Komödie "Die Falschspielerin" (1941), in der sie unter der Regie von Preston Sturges neben Henry Fonda auftrat.

Im Jahr 1944 drehte sie unter der Regie von Billy Wilder den Film-Noir-Klassiker "Frau ohne Gewissen", in dem Stanwyck als Phyliss Dietrichson mit einer blonden Perücke eine skrupellose Frau darstellte, die ganz bewusst Ähnlichkeiten mit Marlene Dietrich aufwies.

In den 1950er Jahren drehte Barbara Stanwyck unter anderem den Thriller Sekunden der Angst und wirkte in dem Katastrophenfilm Untergang der Titanic mit. Den Rest des Jahrzehnts verbrachte sie vorwiegend als Heldin zahlloser Western im Sattel, darunter wahrscheinlich am bekanntesten Vierzig Gewehre von Samuel Fuller.

Nach nur noch wenigen Filmrollen endete ihre Filmkarriere 1964 nach "Er kam nur nachts". Die Schauspielerin begann 1965 eine zweite Karriere im Fernsehen als Familienmatriarchin Victoria Barkley in der erfolgreichen Westernserie "Big Valley", die bis 1969 lief und ihr 1968 den zweiten Emmy einbrachte. Ab Mitte der 1970er Jahre zog sie sich jedoch aus gesundheitlichen Gründen zunehmend ins Privatleben zurück.

Ihre letzte bedeutsame Rolle spielte Stanwyck 1983 in der für das Fernsehen gedrehten Romanverfilmung "Die Dornenvögel" mit Richard Chamberlain.

Sie wird zu den größten Stars ihrer Zeit gezählt: Greta Garbo, Marlene Dietrich, Katharine Hepburn, Joan Crawford und Bette Davis.

Privates

Was ihr Liebesleben betrifft, so hat Stanwyck nie wirklich in das von Hollywood gewünschte Schema gepasst. Viele Filmhistoriker haben ihre Ehen von 1928 bis 1935 mit Frank Fay und später von 1939 bis 1951 mit Robert Taylor als "Lavender Marriages" analysiert, d. h. als fiktive Zweckbeziehungen, die erfunden wurden, um Stanwycks (und Taylors) wahre sexuelle Orientierung zu verschleiern.

Ihre Ehe mit dem Alkoholiker Fay gilt als wichtigstes Vorbild für die "Ein Stern geht auf"-Filme (A Star is Born).

Denn obwohl Stanwyck nie offen über ihre sexuelle Identität sprach, beschreibt ihr Biograf Axel Madsen sie "zusammen mit Greta Garbo als die berühmteste lesbische Vorzeigefrau Hollywoods". Neben einer Affäre mit Tallulah Bankhead war ihre wichtigste Partnerin die Schauspielerin Helen Ferguson (die später auch ihre Agentin wurde). Stanwyck hatte u.a. Affären mit Frank Capra, Robert Wagner, Humphrey Bogart, Gary Cooper und William Holden.

Stanwyck starb am 20. Januar 1990 im Alter von 82 Jahren im Saint John's Health Center in Santa Monica, Kalifornien. Als Todesursache wurde kongestive Herzinsuffizienz und eine chronische obstruktive Lungenerkrankung (COPD) diagnostiziert. Sie hatte angegeben, dass sie keine Trauerfeier wünschte. Ihrem Wunsch entsprechend wurden ihre sterblichen Überreste eingeäschert und die Asche aus einem Hubschrauber über Lone Pine, Kalifornien, verstreut, wo sie einige ihrer Westernfilme gedreht hatte.

Filmografie

Auszeichnungen

Literatur

 

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