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Jean Gabin (1904 - 1976) war ein französischer Schauspieler, der insbesondere als Kommissar Maigret sowie als Gangster in "Der Clan der Sizilianer" (1969) bekannt wurde. Ab den späten 1930er Jahren zählte er zu den führenden Charakterdarstellern des französischen Kinos und genoss auch international großes Renommee.

Synchronisiert wurde Gabin in Deutschland u.a. von Paul Klinger und Hansjörg Felmy, seit den 1950er Jahren insbesondere aber von Klaus W. Krause.

Inhaltsverzeichnis

  1. Leben
  2. Karriere
  3. Privates
  4. Filmografie
  5. Auszeichnungen
  6. Literatur

Leben

Gabin wurde als Jean-Alexis Moncorgé am 17. Mai 1904 in Paris (Stadtteil Montmartre) geboren, als Sohn von Madeleine Petit und Ferdinand Moncorgé, einem Cafébesitzer und Varietékünstler, dessen Künstlername Gabin war. Er wuchs in dem Dorf Mériel im Departement Seine-et-Oise (heute Val-d'Oise) auf, das etwa 35 km nördlich von Paris liegt. Während des Ersten Weltkriegs mietete sein Vater eine Wohnung in der Rue Custine im 18. Arrondissement von Paris an, wo die Familie vorübergehend lebte. Er besuchte das Lycée Janson de Sailly.

Gabin verließ die Schule vorzeitig und arbeitete als Hilfsarbeiter, bis er im Alter von 19 Jahren mit einer kleinen Rolle in einer Produktion der "Folies Bergères" ins Showgeschäft einstieg. Er trat weiterhin in verschiedenen kleineren Rollen auf, bevor er zum Militär ging.

Karriere

Nach seinem Militärdienst kehrte er in die Unterhaltungsbranche zurück und trat unter dem Künstlernamen Jean Gabin in den Pariser Varietés und Operetten auf, wobei er als Chansonnier den Gesangsstil von Maurice Chevalier imitierte, der zu jener Zeit in Mode war. Er gehörte zu einer Truppe, die durch Südamerika tourte, und fand nach seiner Rückkehr nach Frankreich eine Anstellung im Moulin Rouge. Seine Auftritte fielen auf, und es folgten bessere Bühnenrollen, die 1928 zu Rollen in zwei Stummfilmen führten.

Gabins Karriere nahm durch seine vielfältigen Theater- und Varietéauftritte an Fahrt auf und er gab 1930 sein Leinwanddebüt in "Kopfüber ins Glück".

Eine Nebenrolle in dem Josephine-Baker-Film "Zou Zou" (1934) führte zu "Maria Chapdelaine" (1934), seinem ersten großen Erfolg. Unter der Regie von Julien Duvivier gewann der Film den Grand Prix du Cinema und setzte einen wichtigen Präzedenzfall, dem praktisch alle Vorkriegsfilme Gabins folgten: die Figur starb, und Duvivier war von der gekonnten Darstellung der Sterbeszene durch den Schauspieler so beeindruckt, dass sofort ähnliche Projekte besprochen wurden. Es wurde sogar gemunkelt, dass Gabin schon bald in seinem Vertrag festlegte, dass alle seine Figuren ein schweres Schicksal haben sollten.

Gabin ging eine äußerst glückliche Partnerschaft mit dem Filmemacher Jean Renoir ein, für den er zunächst "Nachtasyl" drehte. Dennoch war es ein anderer Film von Duvivier, "Pepe Le Moko" (1937), der Gabin zu internationalem Ruhm verhalf; sein Nachfolger, Renoirs brillante Antikriegsmeditation "Die große Illusion", festigte seinen neuen Ruhm. Der Film, ein anerkannter Klassiker des Weltkinos, lief 6 Monate lang in New York City, wo die Kritiker ihn zum besten ausländischen Film des Jahres kürten. In Frankreich war er der Kassenschlager des Jahres 1937, und sein Erfolg machte Gabin zum größten Star seines Heimatlandes.

Weitere Filme wie "Hafen im Nebel" und "Bestie Mensch" machten ihn mit Mitte dreißig zum Mythos und bedeutenden Darsteller des poetischen Realismus in Frankreich.

1941 folgte er seiner großen Liebe Marlene Dietrich nach Hollywood, wo er zwei Filme drehte und viele weitere Angebote ablehnte. Er kehrte nach Europa zurück und trat 1943 in die Freien Französischen Streitkräfte ein, in die Forces navales françaises libres der französischen Marine. Er nahm als Panzerkommandant der fusiliers marins (2. Panzerdivision) an der Befreiung Frankreichs teil und erhielt hohe Auszeichnungen. Nach Kriegsende verließ er die Armee.

Seine ersten Nachkriegsfilme waren Misserfolge. Erst mit "Wenn es Nacht wird in Paris" (1954), konnte er seine Vorkriegskarriere fortsetzen. Zu dieser Zeit fand Gabin in das für ihn nun passende Rollenfach. Zeitig ergraut und zehn Jahre älter wirkend, gab er nun meist den bärbeißigen Senior, der mit unbeirrbarer Autorität agierte. Die starke Dominanz und Präsenz des Darstellers mit dem massigen Schädel führte dazu, dass er bis an sein Lebensende in Hauptrollen eingesetzt wurde.

Er spielte den Kommissar Maigret in einigen Georges Simenon Verfilmungen. Auch in der Verfilmung von 4 weiteren Romanen von Simenon spielte Gabin eine Hauptrolle, so in "Mit den Waffen einer Frau" (1958, als der renommierte Rechtsanwalt André Gobillot) an der Seite von Brigitte Bardot.

In den 1960er und 1970er Jahren wirkte er verschiedentlich in Komödien mit, z.B. als Kriegsveteranen Legrain neben Louis de Funès in "Balduin, das Nachtgespenst" (1968). Darüber hinaus glänzte Gabin er in großen Charakterrollen z.B. in "Die Katze" (1971) an der Seite von Simone Signoret.

Privates

Von 1925 bis 1931 war er mit der Schauspielerin Gaby Basset verheiratet, von 1933 bis 1943 mit der Revueleiterin Jeanne Mauchain.

Er hatte bekannte Affären mit den Schauspielerinnen Mireille Balin, Michèle Morgan und Marlene Dietrich.

Von 1943 bis 1945 war er in Algerien mit Marie Camilleri liiert. In Paris hatte er 1945 und 1946 eine Beziehung mit der jungen Schauspielerin Maria Mauban und 1947 mit Colette Mars.

Gabin heiratete 1949 das ehemalige Model Marcelle Christiane Marie (genannt Dominique) Fournier (1918 - 2002), die bereits Mutter eines Sohnes war und mit der er 3 Kinder hatte: Florence (* 1949), Valérie (* 1952) und Mathias (* 1955).

Gabin starb am 15. November 1976 im Alter von 72 Jahren im Pariser Vorort Neuilly-sur-Seine an Leukämie. Seine Asche wurde wenige Tage später vom Kriegsschiff Détroyat vor Brest im Meer verstreut. Fünf Jahre nach seinem Tod wurde 1981 in Erinnerung an ihn der Jean-Gabin-Preis ins Leben gerufen.

Filmografie

Auszeichnungen

Literatur

 

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